Get Konfliktforschung: Einführung und Überblick PDF

By Erich Weede

ISBN-10: 3531118021

ISBN-13: 9783531118024

Die Aufgabe der Sozialwissenschaften besteht darin, brauchbare Theorien zu erarbei ten. Theorien enthalten vor allem prufbare, nomologische Hypothesen. Ausgereifte Theorien klaren die logischen Beziehungen unter den in ihnen enthaltenen Aussagen, deren Informationsgehalt bzw. Prufbarkeit und deren Vereinbarkeit mit beobacht baren Daten. An diesem hypothetisch-deduktiven excellent gemessen kann guy die Sozialwissenschaften noch nicht als reife Wissenschaften bezeichnen. Aber es gibt eine Vielzahl von mehr oder weniger intestine gestutzten Hypothesen in der Konfliktfor schung, die m. E. innerhalb eines theoretischen Rahmens integrierbar sind, innerhalb der Nutzen- oder Wert-Erwartungstheorie. Das vorliegende Buch bemuht sich darum, einerseits eine Vielzahl konfliktsoziologischer Hypothesen vorzustellen, andererseits darum, Moglichkeiten zu deren Uberprufung beispielhaft darzustellen, und drittens, die Integrierbarkeit der Hypothesen im Rahmen der Wert-Erwartungs theorie zumindest erahnen zu lassen. Damit ist schon zugestanden, dass in diesem Buch der grosse theoretische Durchbruch nicht stattfindet. Ich hoffe aber, eine nutzliche Zwischenbilanz der Konfliktforschung vorzulegen, die den Studenten Einblick und Uberblick vermittelt, die vielleicht auch Fachkollegen ein Paradigma wieder vor Augen fUhrt, das gleichzeitig das alteste und erfolgreichste innerhalb der Sozialwissenschaften ist und innerhalb der engeren Fachgrenzen der Soziologie lange in Vergessenheit zu geraten schien. Mein Ausgangspunkt ist der methodologische Individualismus. Methodologi scher Individualismus bedeutet, dass guy soziale Strukturen, Prozesse und naturlich auch Konflikte als Ergebnis menschlichen Handelns auffasst. Die Wert-Erwartungs oder Nutzentheorie ist ein Forschungsprogramm im Rahmen des methodologischen Individualismus (vgl. Opp 1978), welches Kosten-Nutzen-Kalkule in den Mittel punkt stellt. Unter Okonomen und Psychologen dominiert der methodologische Individualismus, in der Mikrookonomie sogar die Nutzentheorie. M

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Industrielle Erzeugungsverfahren in betriebswirtschaftlicher by Paul Riebel PDF

Viele wirtschaftliche und soziale Probleme der modernen Industriewirtschaft lassen sich ohne technisches Grundwissen, ohne Verstandnis fur die natur wissenschaftlichen Grundlagen der modemen Produktionstechnik und ohne Wissen um die geschichtliche Entwicklung der Technik nicht mehr verstehen. Das gilt in besonderem Masse fur die Industriebetriebslehre und die auf die Produktion bezogenen Teile der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre, wie die Produktions- und Kostentheorie, und fur wesentliche Teile des Rechnungs wesens.

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Nach der Wert-Erwartungstheorie und Olsons (1968) Logik des kollektiven Handelns ist allerdings zu erwarten, daß die Konfliktparteien nur zögernd, wenn überhaupt, zur Erhaltung dieses Kollektivgutes beitragen. Staatlicher Zwang gegen die gesellschaftlichen Teilgruppen kann zur Erhaltung des Kollektivgutes ,innerer Frieden' notwendig werden. Andernfalls besteht die Gefahr, daß die gesellschaftliche Teilgruppe, die als erste Gewalt einsetzt, bei der Verfolgung ihrer Interessen kurzfristige Vorteile erzielt, damit bei anderen Teilgrupen den ,Lernprozeß', daß vor allem Gewalt Erfolg verspricht und Gewaltlosigkeit Mißerfolg, in Gang setzt.

Wegen ihres Kollektivreichtums konnte die Sozialdemokratie äußere, plutokratische Schranken des Herrschaftszugangs leicht überwinden. Aber es entstanden dafür innere. Wer aufParteizuschüsse angewiesen war, um ein öffentliches Amt oder parlamentarisches Mandat annehmen zu können, der mußte sich offensichtlich der Parteiführung bzw. dem Kassenwart unterordnen. Michels (1970, S. " Machtkonzentration ist dabei nur eine andere Vokabel als Oligarchie. Wer von der Parteiführung Bezahlung annimmt, wird von ihr abhängig.

Weil selbstsüchtige Verfolgung eigener Interessen unter Menschen nun mal ziemlich häufig ist, werden die in den beherrschenden Positionen sich selbst privilegieren. Nach Tilly (1978) sollte man zwischen den Mitgliedern und Nichtmitgliedern eines politischen Systems unterscheiden, d. h. zwischen denen, die routinemäßig bei Gesetzgebung und Verwaltung Gehör finden, und denen, die routinemäßig kein Gehör finden. Üblicherweise profitieren die Mitglieder des Systems von staatlicher Begünstigung ihrer Bemühungen bei der Organisation, Mobilisierung und Interessenartikulation, während die Nichtmitglieder unter staatlicher Behinderung und Repression zu leiden haben oder, günstigstenfalls, unter wohlwollender Nichtbeachtung.

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Konfliktforschung: Einführung und Überblick by Erich Weede


by Anthony
4.5

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